Klimafreundlicher Neubau (KFN)

Energieeffizienz |

Details zur neuen Neubauförderung ab 1.3.2023

Zuletzt aktualisiert: 02.02.2023 - 10.50 Uhr

Das Bundesbauministerium (BMWSB) und die KfW haben Details zum neuen Förderprogramm "Klimafreundlicher Neubau" (KFN) bekanntgegeben, das am 1.3.2023 starten und die bisherige Neubauförderung in der BEG ablösen soll.

Ziel der neu ausgerichteten Neubauförderung ist die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus, die Verringerung des Primärenergiebedarfs in der Betriebsphase und die Erhöhung des Einsatzes erneuerbarer Energien unter Einhaltung von Prinzipien des nachhaltigen Bauens.
 

Fördermaßnahmen
Gefördert wird der Neubau sowie der Ersterwerb von Gebäuden, die den energetischen Standard eines Effizienzhauses/-gebäude 40 für Neubauten und Anforderungen an die Treibhausgas-Emissionen im Gebäudelebenszyklus einhalten. Es sol für Wohn- und Nichtwohngebäude zwei Förderstufen mit unterschiedlichen Anforderungen und Förderintensitäten geben:

  1. Klimafreundliches Wohn- bzw. Nichtwohngebäude
    Der Standard "Klimafreundliches Wohngebäude" bzw. "Klimafreundliches Nichtwohngebäude" wird durch die Optimierung der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus sowie durch bauliche und anlagentechnische Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und die Einbindung erneuerbarer Energien erreicht. Ein solches Gebäude muss folgende technische Mindestanforderungen erfüllen:
    • Anforderungen an das Treibhauspotential (GWP100), die unter Anwendung der Methode der Lebenszyklusanalyse (LCA) nachzuweisen sind. Der einzuhaltende GWP100-Wert beträgt für Wohngebäude 24 kg CO2 Äqu./(m2 a). Bei Nichtwohngebäuden ist ein projektspezifischer Anforderungswert nachzuweisen. Dies ist nur für solche Gebäudetypen möglich, denen in Anlage 1 zum QNG-Handbuch eine LCA-Klasse zugeordnet wurde.
    • Anforderungen an ein Effizienzhaus 40 bzw. Effizienzgebäude 40 (Jahresprimärenergiebedarf und Anforderungen an die Gebäudedämmung)
    • Anforderungen an den Wärmeerzeuger: Das Gebäude darf keinen Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energie oder Biomasse aufweisen. Der Ausschluss von Biomasse bezieht sich neben fester Biomasse und auch auf biogenes Gas/Öl.
       
  2. Klimafreundliches Wohn- bzw. Nichtwohngebäude – mit QNG
    Ein Klimafreundliches Wohn- bzw. Nichtwohngebäude mit QNG erfüllt die vorstehend genannten Anforderungen und verfügt zusätzlich über eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude PLUS (QNG PLUS) oder PREMIUM (QNG PREMIUM).

    Voraussetzung für die Vergabe des QNG ist die Durchführung einer Nachhaltigkeitsbewertung des Gebäudes auf der Grundlage eines bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) registrierten Nachhaltigkeitsbewertungssystems sowie die Überprüfung der erreichten Qualitäten durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle. Zusätzlich muss eine Zuordnung aller Nutzflächen zu den LCA-Klassen gem. Anlage 1 zum QNG-Handbuch geprüft werden. Eine Förderung ist nur bei Zuordnung einer LCA-Klasse möglich.


Die Förderung zum "Klimafreundlichen Neubau" erfolgt ab dem 1.3.2023 in den folgenden KfW-Programmen:

  • "Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude – private Selbstnutzung" (297)
  • "Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude" (298)
  • "Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude" (299)
  • „Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude – Kommunen" (498)
  • „Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude – Kommunen" (499)


Förderkonditionen
Die neue Förderung erfolgt beihilfefrei in Form von zinsgünstigen Krediten mit Zinsverbilligung ohne Tilgungszuschüsse. Für Kommunen und Landkreise werden ausschließlich Investitionszuschüsse gewährt.

Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitsberatung können zusammen mit den Investitionskosten mitgefördert werden. Eine zusätzliche Darlehnssumme sowie die Förderquote von 50 %, die es in der BEG für diese Leistungen gibt, sind jedoch bei den Klimafreundlichen Neubauten nicht vorgesehen.

Die Zinssätze wurden noch nicht bekanntgegeben. Da es ein eigenständiges Programm für den Neubau von Wohngebäuden zur privaten Selbstnutzung gibt, ist davon auszugehen, dass es für dieses Programm auch einen abweichenden Zinssatz geben wird.

In der neuen Neubauförderung gelten folgende Kredithöchstbeträge:

  • Wohngebäude
    Es werden bis zu 100 % der förderfähigen Kosten des Vorhabens finanziert, maximal
    • Klimafreundliches Wohngebäude bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit.
    • Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.
       
  • Nichtwohngebäude
    Es werden bis zu 100 % der förderfähigen Kosten des Vorhabens finanziert, maximal
    • Klimafreundliches Nichtwohngebäude bis zu2.000 Euro pro m² Nettogrundfläche, maximal 10 Mio. Euro pro Vorhaben.
    • Klimafreundliches Nichtwohngebäude mit QNG bis zu 3.000 Euro pro m² Nettogrundfläche, maximal 15 Mio. Euro pro Vorhaben.

Kommunale Gebietskörperschaften erhalten einen nicht rückzahlbaren Investitionszuschuss in Höhe von 5 % für Klimafreundliche Wohn-/Nichtwohngebäude und 12,5 % für Klimafreundliche Wohn-/Nichtwohngebäude mit QNG. Die förderfähigen Kosten entsprechen jeweils den o.g. Kredithöchstbeträgen.
 

Antragsteller
Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Investoren sowie Ersterwerber von neu errichteten, förderfähigen Wohngebäuden bzw. Wohneinheiten und Nichtwohngebäuden.
 

Einbindung von Energieeffizienz-Experten und Nachhaltigkeitsberatern
Ein Energieeffizienz-Experte ist verpflichtend für die Beantragung und Begleitung des Vorhabens einzubinden. Bei Beantragung der Förderstufe Klimafreundliches Wohn- bzw. Nichtwohngebäude mit QNG sind zusätzlich eine QNG-Zertifizierungsstelle und ein QNG-Nachhaltigkeitsberater einzubeziehen.

Akkreditierte Zertifizierungsstellen zu den verschiedenen QNG-Siegelvarianten und Bewertungssystemen sind im Informationsportal Nachhaltiges Bauen des Bundes aufgeführt.

Nach Durchführung des Vorhabens muss der QNG-Nachweis dem Energieeffizienz-Experten vorgelegt werden und verbleibt bei der Hausbank und dem Kunden.

Eine separate Förderung der Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitsberatung gibt es in der KFN-Förderung nicht. Die anfallenden Kosten können lediglich zusammen mit den übrigen Investitionskosten mitgefördert werden.
 

Antragsstellung und Vorhabenbeginn
Der Kreditantrag ist vor Vorhabenbeginn zu stellen. Als Beginn eines Vorhabens gilt grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags zum Bauvorhaben.

Abweichend gilt als Vorhabenbeginn der Beginn der Bauarbeiten vor Ort, wenn vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags ein dokumentiertes Beratungsgespräch beim Finanzierungspartner oder einem Finanzvermittler zum Vorhaben stattgefunden hat. Nach diesem Beratungsgespräch können Liefer- und Leistungsverträge förderunschädlich abgeschlossen werden. Das Beratungsgespräch zum Klimafreundlichen Neubau kann ab sofort mit den Kunden geführt werden.

Bei Antragstellung zum förderfähigen Ersterwerb eines Gebäudes gilt der Abschluss des Kaufvertrags als Vorhabenbeginn. Die abweichende Regelung findet beim Ersterwerb eines Gebäudes keine Anwendung.

Ab 23.02.2023 wird das Online-Prüftool für die Erstellung der "Bestätigung zum Antrag" (BzA) bzw. das gBzA-Center für die Erstellung der "gewerblichen Bestätigung zum Antrag" (gBzA) für die neuen KFN-Förderprodukte freigeschaltet. Die Möglichkeit der Einreichung von BnD bzw. gBnD bei der KfW ist unmittelbar nach dem Produkt-start nicht möglich, sondern wird erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen.
 

Verfügbare Dokumente zur neuen Neubauförderung:

 

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