Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW)

Energieeffizienz |

Neue Förderung zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen

Die Bundesregierung möchte mit einer neuen Förderung die Dekarbonisierung der Wärme- und Kältenetze in Deutschland unterstützen und beschleunigen. Dazu hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine neue „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW) erarbeitet. Nach der Verbändeanhörung im Juli 2021 wurde der aktuelle Stand der Förderrichtlinie vom 18.08.2021 veröffentlicht. Die neue Förderung soll noch im Oktober 2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht werden und soll dann kurzfristig in Kraft treten. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Mit der neuen Förderung soll der Anteil erneuerbarer und klimaneutraler Wärmequellen in den Wärmenetzen bis 2030 auf 30 % ausgebaut werden. Bis 2025 wird ein Anteil von 25 % angestrebt.

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der Entwurf erstmalig eine Förderung erneuerbarer und klimaneutraler Wärmeerzeugung sowie der zum physischen Ausbau der Wärmenetze notwendigen Infrastruktur vor. Innerhalb der geplanten Laufzeit der BEW von sechs Jahren sollen pro Jahr die Installation von 400 MW erneuerbarer Wärmeerzeugungsleistung und Gesamtinvestitionen in Höhe von 690 Mio. Euro angereizt werden.


Die Bundesförderung effiziente Wärmenetze besteht in der Entwurfsfassung aus den folgenden drei Modulen:

Modul 1: Transformationspläne und Machbarkeitsstudien

Die Erstellung von Transformationsplänen zur Dekarbonisierung bestehender Netze bis 2045 und von Machbarkeitsstudien zur Errichtung neuer Wärmenetze mit einem Anteil erneuerbarer und klimaneutraler Wärmenetze von mind. 75 % wird mit bis zu 50 % der förderfähigen Kosten gefördert. Dabei können Planungsleistungen nach HOAI mitgefördert werden. Die maximale Fördersumme ist auf 600.000 Euro begrenzt.

Dabei gelten für Transformationspläne und Machbarkeitsstudien umfangreiche Mindestanforderungen, die in den Punkten 4.1.1 und 4.1.2 der Richtlinie beschrieben sind. Diese umfassen beispielsweise Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung von Biomasse, Mindestinhalte und potenzielle Entwicklungspfade der zu fördernden Wärmenetze.


Modul 2: Systemische Förderung

Die Umsetzungsförderung umfasst den Neubau von Wärmenetzen, die zu mindestens 75 % mit erneuerbaren Energien und Abwärme gespeist werden, sowie die Transformation von Bestandsinfrastrukturen zu
treibhausgasneutralen Wärmenetzen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass ein Transformationsplan oder Machbarkeitsstudie vorliegt.

Die Förderung beträgt 40 % der förderfähigen Kosten und ist bis zu einem Betrag von 50 Mio. Euro im Sinne des Beihilferechts notifizierungsfrei. Für Solarthermieanlagen sowie Wärmepumen in Wärmenetzen ist zudem eine Betriebskostenförderung möglich, die über die ersten 10 Jahre des Betriebs gewährt wird.


Modul 3: Einzelmaßnahmen

Neben der Neuerrichtung von Wärmenetzen oder der systemischen Transformation von Bestandswärmenetzen können auch schnell umsetzbare Maßnahmen in Wärmenetzen als Einzelmaßnahmen
gefördert werden. Dazu gehören beispielsweise Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomassekessel, Wärmespeicher und Wärmeübergabestationen.

Bei Einzelmaßnahmen beträgt die Förderquote ebenfalls 40 % und die Notifizierungsgrenze liegt ebenfalls bei 50 Mio. Euro.


Abgrenzung zur Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)

In der BEW werden ausschließlich solche Netze gefördert, die mehr als 16 Gebäude oder mehr als 100 Wohneinheiten umfassen. Kleinere Netze können in der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) als Gebäudenetz gefördert werden.


Studie zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen

Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik hat im Auftrag des BMWi und in Zusammenarbeit mit dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und zehn Mitgliedsunternehmen untersucht, wie Wärmenetze klimaneutral betrieben werden können und welchen Beitrag sie damit zum klimaneutralen Gebäudebestand leisten können. Im Ergebnis werden Großwärmepumpen in Wärmenetzen als zentrale Technologie dargestellt, um den Ersatz fossiler Heizungstechnik durch den Ausbau der Wärmenetze klimaneutral zu gestalten. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

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