Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW)

Energieeffizienz |

Förderung grüner Fernwärmenetze durch EU-Kommission genehmigt

Update 03.08.2022 Die Europäische Kommission hat die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) Anfang August 2022 beihilferechtlich genehmigt. Der Start der Förderung wird somit nach längerer Verzögerung für Mitte September erwartet. Nach Inkrafttreten wird die Antragsstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich sein. Mit dem Inkrafttreten werden auch detaillierte Informationen zum Antragsverfahren auf der BAFA-Homepage veröffentlicht. Insgesamt sollen rund 3 Mrd. Euro bis 2026 für die Förderung zur Verfügung gestellt werden. (Quelle: BMWK)

Die Bundesregierung möchte mit einer neuen Förderung die Dekarbonisierung der Wärme- und Kältenetze in Deutschland unterstützen und beschleunigen. Wärmenetze sollen dabei als Ganzes in den Blick genommen werden; gezielt wird auf zwei Bereiche: den Neubau von Wärmenetzen mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien und Abwärme sowie den Ausbau und die Transformation bestehender Netze. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK; vor 2022 BMWi) hat dazu die neue „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW) erarbeitet. Nach der Verbändeanhörung im Juli 2021 wurde die Förderrichtlinie erstmals in einer Entwurfsfassung (18.08.2021) veröffentlicht. Die Förderung richtet sich unter anderem an Energieversorgungsunternehmen, Kommunen, Stadtwerke und eingetragene Vereine/Genossenschaften, die über die neue Förderung Zuschüsse für Investitionen in Wärmenetze erhalten können.

 

Gegenstand der Förderung

Das Förderprogramm ist in vier aufeinander aufbauende Module gegliedert.

Förderfähig in Modul 1 sind Transformationspläne und Machbarkeitsstudien zur Transformation bzw. Neubau von Wärmenetzsystemen. Diese müssen auf die Wärmeversorgung von mehr als 16 Gebäuden oder mehr als 100 Wohneinheiten ausgerichtet sein. Die systemische Förderung umfasst den Neubau von Wärmenetzen, die zu mindestens 75 % mit erneuerbaren Energien und Abwärme gespeist werden, sowie die Transformation von Bestandsinfrastrukturen zu treibhausgasneutralen Wärmenetzen.

Die Förderung in Modul 2 umfasst grundsätzlich alle Maßnahmen von der Installierung der Erzeugungsanlagen über die Wärmeverteilung bis zur Übergabe der Wärme an die versorgten Gebäude. Hierfür wird ein Investitionszuschuss in Höhe von maximal 40 % für Investitionen in Erzeugungsanlagen und Infrastruktur gewährt.

Der systemische Ansatz wird mit Modul 3 durch Einzelmaßnahmen ergänzt. Zusätzlich wird in Modul 4 eine Betriebskostenförderung gewährt für (i) die Erzeugung von erneuerbarer Wärme aus Solarthermieanlagen sowie (ii) aus strombetriebenen Wärmepumpen, die in Wärmenetze einspeisen. Diese Förderung gilt sowohl für den Neubau von Wärmenetzen als auch bei transformierten Bestandsnetzen.

Quelle: BAFA

 

Abgrenzung zur Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)

In der BEW werden ausschließlich solche Netze gefördert, die mehr als 16 Gebäude oder mehr als 100 Wohneinheiten umfassen. Kleinere Netze können in der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) als Gebäudenetz gefördert werden.


Studie zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen

Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik hat im Auftrag des BMWi und in Zusammenarbeit mit dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und zehn Mitgliedsunternehmen untersucht, wie Wärmenetze klimaneutral betrieben werden können und welchen Beitrag sie damit zum klimaneutralen Gebäudebestand leisten können. Im Ergebnis werden Großwärmepumpen in Wärmenetzen als zentrale Technologie dargestellt, um den Ersatz fossiler Heizungstechnik durch den Ausbau der Wärmenetze klimaneutral zu gestalten. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

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