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Energetisches Sanierungskonzept für das Berufskolleg kaufmännische Schulen Düren
Schulgebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren stehen vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen energetisch auf Klimakurs gebracht werden und zugleich aktuellen Anforderungen an Brandschutz, Schadstofffreiheit und Pädagogik genügen. Wie sich das in einem Konzept zusammenführen lässt, zeigt das aktuelle Projekt des Monats „Berufskolleg kaufmännische Schulen in Düren“, für dessen Hauptgebäude und Sporthalle das Öko-Zentrum NRW zwei energetische Sanierungskonzepte erarbeitet hat.
Ausgangslage

Das Schulgebäude wurde 1969 in Stahlbetonskelettbauweise errichtet, 1979 aufgestockt und 1986 erweitert. Charakteristisch sind die horizontalen Fensterbänder mit auskragenden Sonnenschutzelementen aus Beton („Brise Soleil“) und die vorgehängte Betonfassade. Die benachbarte Sporthalle aus den 1970er-Jahren ist ein massiver, zweischaliger Betonbau. Bis auf Dachdämmungen und einen Teilaustausch der Fenster sind beide Gebäude im Originalzustand. Die Wärme liefert eine gemeinsame Heizzentrale mit zwei Gaskesseln von 1998, deren technische Lebensdauer erreicht ist.
Analyse und Variantenvergleich
Den Auftakt bildeten zwei BAFA-geförderte energetische Bilanzierungen von Nichtwohngebäuden. Hierfür wurden zunächst die Außenbauteile und die Anlagentechnik aufgenommen, der energetische Ist-Zustand gemäß DIN V 18599 bilanziert und anschließend jeweils vier bis fünf Einzelmaßnahmen sowie deren Kombinationen bewertet. Betrachtet wurden Maßnahmen an der Gebäudehülle, darunter die Dämmung von Kellerdecken, Dachsanierungen, der Austausch von Fenstern und Türen sowie Fassadendämmungen in Form von Innen- und Außendämmungen. Im Bereich der Gebäudetechnik wurden unter anderem die Optimierung der Beleuchtung und Lüftung, die Umstellung der Wärmeerzeugung sowie die Installation von Photovoltaikanlagen untersucht.
Darüber hinaus wurden für beide Gebäude verschiedene Varianten zur Annäherung an den Effizienzgebäudestandard gemäß BEG analysiert. Dabei wurde insbesondere die Umstellung der Wärmeversorgung auf eine regenerative Wärmeerzeugungsstrategie betrachtet und deren Einfluss auf den Primär- und Endenergiebedarf untersucht.
Für sämtliche Varianten wurde eine umfassende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren durchgeführt. Diese umfasste die Ermittlung der dynamischen Amortisationszeit, der jährlichen Annuitäten sowie des Kapitalwerts. Ergänzend wurde für die untersuchten Maßnahmen eine CO₂-Bilanzierung erstellt.
Die Beratung umfasste zudem konkrete Empfehlungen zur Umsetzung der Maßnahmen sowie zu deren sinnvoller zeitlicher Abfolge und den bestehenden technischen Abhängigkeiten. Als bevorzugte Varianten wurden für beide Gebäude Kombinationslösungen aus Gebäudehülle und Anlagentechnik zur Erreichung des Standards „Effizienzgebäude 70“ empfohlen. Für die Sporthalle war rechnerisch sogar die Erreichung des Standards „Effizienzgebäude 70 EE“ möglich.
Darauf aufbauend entstanden zwei Energiekonzepte für den Förderstrang 2 des Programms „Revier.Gestalten – Energetische Sanierung kommunaler Gebäude“, ergänzt um unsere Hilfestellung bei der Antragstellung. Sie führten die Beiträge der Fachplanungen für Architektur, TGA, Brandschutz und Schadstoffe zu je einer förderfähigen Gesamtsanierungsvariante zusammen und wiesen die Mindestanforderungen der Förderrichtlinie bauteilweise nach.
Ergebnisse
Die Konzepte zeigen ein erhebliches Einsparpotenzial: Rechnerisch lässt sich der Endenergiebedarf des Hauptgebäudes gegenüber dem Ist-Zustand um bis zu 88 % senken, der der Sporthalle um 79 %. Die Treibhausgasemissionen sinken in den Vorzugsvarianten um rund 76 % beziehungsweise 59 %. Beide Gebäude wären in diesen Varianten „NT-Ready“, also mit maximal 55 °C Vorlauftemperatur beheizbar, und erreichten den Standard Effizienzgebäude 70 (Sporthalle: Effizienzgebäude 70 EE).
Derzeit passen wir das Sanierungskonzept an die aktuellen Änderungen der Fördersituation an. Die Entscheidung über Art und Umfang der Umsetzung der von uns empfohlenen Maßnahmen erfolgt im weiteren Planungsverlauf.
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