Projekt des Monats

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Starkes Handwerk für die Klimawende in Dortmund

Wir lassen sie in die dunkelsten Ecken unserer Keller, sie kehren den Ruß aus dem Kamin oder analysieren unsere Häuser mit Wärmebildkameras: Wenn es um unseren Energieverbrauch geht, genießen Handwerk und Energieberatende unser volles Vertrauen und sind oft die ersten Ansprechpartner. Sie setzen früh Impulse und Ihre Einschätzung prägt oft maßgeblich unsere Entscheidungen.

Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, neue gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen zu verstehen, für Ihre Kundschaft einzuordnen und praktisch umzusetzen. Damit kommt ihnen Schlüsselrolle in der kommunalen Wärmewende zu: Ihre Einbindung und Kommunikation entscheiden wesentlich darüber, ob Maßnahmen verstanden, akzeptiert und tatsächlich umgesetzt werden.

Doch wie kann das Handwerk zu einem wirksamen Motor der Wärmewende werden? Wie lassen sich kommunale Energiestrategien praxistauglich gestalten? Und welchen konkreten Nutzen haben die Betriebe vor Ort?

Mit dem Netzwerkprojekt „Ein starkes Handwerk für die Klimawende“ im Auftrag der Wirtschaftsförderung Dortmund liefert das Öko-Zentrum NRW Antworten.
Ziel ist es, tragfähige Kooperations- und Kommunikationswege zwischen lokalem Handwerk, (Energie-)Dienstleistern und kommunalen Akteuren aufzubauen.  

Dazu organisieren wir seit Herbst 2025 regelmäßig kostenlose Info- und Netzwerkveranstaltungen. Gemeinsam mit lokalen Expertinnen und Experten stellen unsere Fachleute dort aktuelle Entwicklungen aus Förderlandschaft und Kommunalpolitik sowie bewährte Praxisbeispiele vor.

In Dortmund wurden zunächst drei thematisch ausgerichtete Netzwerke aufgebaut, die im Projektverlauf schrittweise zusammengeführt werden:

  • Energiewende im Heizungskeller
     Heizungsbetriebe und Schornsteinfeger
  • Energiewende auf dem Dach
     PV-Betriebe und Dachdecker
  • Energiewende am Gebäude
     Energieberatende und Fassadengewerke

Die Netzwerktreffen orientieren sich inhaltlich an den konkreten Fragestellungen und Bedarf der jeweiligen Akteure und werden in der Regel durch die Besichtigung vorbildhafter Praxisprojekte kombiniert.

Diese Formate schaffen die Grundlage für einen direkten fachlichen Austausch zu den Themen der Wärmewende und Gebäudesanierung, der für alle Seiten gewinnbringend ist: Kommunen erfüllen ihre Beteiligungspflichten im Rahmen der Wärmeplanung und erhalten wertvolles Feedback aus der Praxis. Handwerk und Energieberatende gewinnen Orientierung im Förderdschungel und stoßen neue Kooperationen an. Indem alle Beteiligten auf einem gemeinsamen Wissensstand kommunizieren („One-Voice-Policy“), profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger der Kommune – Unsicherheiten können abgebaut und Vertrauen gestärkt werden.

Vom Netzwerk zum One-Stop-Shop
Mittelfristig verfolgt das Öko-Zentrum NRW zudem das Ziel, die verschiedenen Ansprechpartner auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln, um alle relevanten Angebote und Leistungen direkt und leicht zugänglich zu machen. Dies dient der Vorbereitung zentraler Anlaufstellen („One-Stop-Shop“), wie sie die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024) zukünftig in allen Kommunen vorsieht.

Die kommunalen Netzwerke von Handwerk und Energieberatenden, die das Öko-Zentrum seit 2021 im Rahmen der KlimaAgentur Hamm erprobt und nun auch in Dortmund etabliert hat, zeigen:
Im strukturierten Dialog mit lokalen Multiplikatoren entstehen tragfähige Lösungen, um die Wärme- und Energiewende auf kommunaler Ebene voranzutreiben.

Die hier entwickelten Ansätze und Formate lassen sich auch auf andere Kommunen unterschiedlicher Größe übertragen. Gerne unterstützt das Öko-Zentrum NRW weitere Städte und Gemeinden dabei, vergleichbare Netzwerke aufzubauen und die Umsetzung
von Wärmeplanung und Wärmewende
praxisnah zu begleiten.

 

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