Projekt des Monats

Energieeffizienz |

Kita Drei Könige: Sanierung und Neubau in der Apostelkirche als Modellprojekt für den Erhalt von Baudenkmälern

Unser aktuelles Projekt des Monats – die Kita Drei Könige an der Langen Straße in Hamm – ist ein gelungenes Beispiel für die nachhaltige Nachnutzung bestehender Gebäude.

Das von Investor Axel Kreck realisierte Projekt umfasst die Integration von Teilen der Kindertagesstätte in die ehemalige Apostelkirche sowie einen ergänzenden Neubau.

Das Öko-Zentrum NRW übernahm dabei die Begleitung der Fördermittel, die Berechnung von Wärmebrücken und die Mitplanung der Innendämmung im Kirchraum.

Diese komplexe Maßnahme schafft eine moderne Kindertagesstätte für knapp 100 Kinder und dient als Modellprojekt für die Verbindung von Denkmalschutz und zukunftsfähiger Baukultur.

Bauphysikalische Herausforderung: Die Sanierung im Altbau

Der Umbau konfrontierte die Projektverantwortlichen mit besonderen Herausforderungen, die sich aus der historischen Bausubstanz und dem Denkmalschutz ergaben. Die bauliche Situation war durch eine Schieflage des Altbaus aufgrund von Bergsenkung gekennzeichnet.

  • Ausgleich der Niveaudifferenz: Ein Niveauunterschied von 37 Zentimetern in Richtung Kreuzung musste ausgeglichen werden. Dies gelang durch eine gezielte Schüttung auf der Bodenfläche.
  • Erhalt der Architektur: Um den Eindruck eines Gotteshauses zu bewahren, wurden in Abstimmung mit dem Denkmalamt unter anderem die originalen Bankreihen der Kirche auf den geschlossenen Decken wieder aufgestellt.

Energiekonzept und Förderfähigkeit im Denkmalbestand

Für die Nutzung als moderne Kindertagesstätte war die Erreichung eines hohen energetischen Standards von zentraler Bedeutung. Zwei abgeschlossene Räume in der Kirche wurden in Holzständerwerk-Bauweise errichtet, die voll isoliert sind und dem neuesten energetischen Standard entsprechen.

Das integrierte Energiekonzept sieht die Versorgung mit Fernwärme und den Einbau hocheffizienter Beleuchtung vor. Besonders die bauphysikalische und förderrechtliche Begleitung war aufgrund der Rahmenbedingungen komplex:

  • Höhenabhängige Innendämmung: Die Schieflage des Kirchenraums erforderte eine besondere bauphysikalische Bewertung der Innendämmung. Die Dämmung wurde in ihrer Stärke Höhen-abhängig angepasst, um eine korrekte und effiziente Isolierung zu gewährleisten und Bauschäden zu vermeiden.
  • Förderung des Gesamtprojekts als Sanierung: Die Förderung erfolgte für das Gesamtprojekt, einschließlich des Neubaus, über die „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ (BEG EM). Eine spezielle Ausnahmeregelung für Baudenkmäler ermöglichte dabei die Förderung des Neubaus über die BEG EM, was ansonsten sanierten Bestandsgebäuden vorbehalten ist. Dies verringerte den bürokratischen Aufwand, da anstelle einer Gebäudeenergiebilanz lediglich die Außenbauteile Anforderungen an die U-Werte einzuhalten hatten.  

In der nun abschließenden Projektphase beendet das Öko-Zentrum NRW die Fördermittelberatung und unterstützt den Auftraggeber bei der Abwicklung der Fördersummen sowie bei Rückfragen des BAFA.

Das Gebäude ist bereits in Betrieb und stellt ein gelungenes Beispiel für die Optimierungspotenziale bei der energetischen Ertüchtigung von Denkmalimmobilien dar.

 

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