Newsletter 03/21

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Tools und Tagung: gratis, Lüftung und Ladung: günstig, E-Ausweis: geändert

Newsletter 6/20 – GEIG macht mobil, GEG macht Fortschritte, Energieberatung macht Zwischenbilanz
Öko-Zentrum NRW - Newsletter

Newsletter 03/2021

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

eine Veranstaltung ist kein Messinstrument. Aber stellen wir uns einmal vor, die Kommunentagung, die wir seit nun neun Jahren mit unseren Partnern ausrichten, wäre ein solches: Dann wäre sie ein guter Gradmesser für den Stellenwert des kommunalen Klimaschutzes. Das meint nicht allein die Zahl der Anmeldungen, die sich von anfangs 70 bis 80 auf rund 500 im Jahr 2021 gesteigert hat – nein, auch die Intensität der Diskussion zeigt die Ernsthaftigkeit, mit dem der Klimaschutz in den Gemeinden und Städten endlich betrieben wird.

Strategien für die Klimafolgenanpassung und einen klimaneutralen Gebäudebestand standen im Tagungsprogramm und sowohl die Beiträge als auch die Resonanz darauf zeigen, dass man sich längst nicht mehr mit oberflächlichen Aussagen zufriedengibt. Gut so, denn ohne ambitionierte Projekte zu Solaranlagen auf kommunalen Dächern (und natürlich nicht nur dort), ohne regionale regenerative Wärmelösungen kommen wir den Klimaschutzzielen nicht näher.

Erfreulich ist auch das immer größere Interesse am Nachhaltigen Bauen. Zu lange lag der Fokus auf dem Energieverbrauch der Gebäude, während der Bau- und Rückbauprozess weitgehend ausgeblendet blieben. Dabei sind Fortschritte dort am besten - oder nur - auf kommunaler oder regionaler Ebene zu erreichen, wie sich beim Bauen mit Holz zeigt: Die Reduktion von Grauer Energie verbindet sich hier mit regionaler Wertschöpfung. - Hoffen wir gemeinsam, das runde Jubiläum der Kommunentagung im nächsten Jahr sowohl online als auch wieder in Präsenz erleben zu können. Das wäre dann auch ein Gradmesser für einen Aufwärtstrend in einem anderen Feld: der Gesundheit der Bevölkerung.

In diesem Sinne grüßt

Ihr Manfred Rauschen
Geschäftsführender Gesellschafter

Damit die Wärme drinnen bleibt: Leitfaden für Wärmebrückenbewertung neu aufgelegt

Ältere Semester erinnern sich noch an die Eisblumen, die in sehr kalten Wintern die Innenseiten der Fenster schmückten. Die Einfachverglasung ist zumeist verschwunden, das Problem der Temperaturunterschiede allerdings nicht. Damit materialbedingte oder aus der Geometrie resultierende Wärmebrücken möglichst korrekt berücksichtigt werden, gibt es ein nützliches und zudem kostenloses Hilfsmittel: den Leitfaden „Wärmebrückenbewertung bei der energetischen Bilanzierung von Gebäuden“. Die erstmals 2015 erschienene Publikation wurde jetzt komplett überarbeitet und kann im FEBS-Portal heruntergeladen werden.

Der Autor der Publikation, Rainer Feldmann, ist ein renommierter „Brückenwärter“: Der freiberufliche Energieberater ist seit fast zwanzig Jahren als externer Sachverständiger zur Gebäudeenergieeffizienz für die KfW tätig. Sein Leitfaden stützt sich auf das aktualisierte Beiblatt 2 zur DIN 4108 und erklärt die Wärmebrückenbewertung gut verständlich. Über die energetische Nachweisführung hinaus stellt die Broschüre am Beispiel eines fiktiven Mehrfamilienhauses auch die notwendige Dokumentation dar.

Vorjahresergebnis noch einmal gesteigert: 500 Anmeldungen zur Kommunentagung 2021

Ein Name, wie er langweiliger nicht sein könnte: Die „Kommunentagung“ ist genau das, was der Name besagt – nämlich eine Tagung speziell für kommunale Themen. Vielleicht sind es dieses klare Profil sowie die Praxisnähe, die dieses Expertentreffen so erfolgreich machen. Eine andere Erklärung haben wir jedenfalls nicht dafür, dass die Kommunentagung 2021 das Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal getoppt hat: 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (2020: 300) hatten sich für das Expertentreffen angemeldet, das pandemiebedingt erneut online lief.

Bis zu 430 Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Gemeinden und kommunalen Unternehmen waren zeitgleich online – selbst für uns, die wir seit Jahrzehnten Fortbildung auch digital anbieten, eine nie dagewesene Zahl. Mit dabei: Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die die Tagung mit einem Grußwort eröffnete. Ihre Rede ebenso wie alle zehn Fachreferate können sich Zuspätgekommene auf unserer Website ansehen. Und Vorausschauende notieren sich am besten schon den 29. April 2022 als Termin der nächsten Kommunentagung.

E-Mobilität bei KMU und bestimmten Branchen: Förderanträge für neue Ladeinfrastruktur seit April möglich

„Bitte wenden, bitte wenden …“ Was Klimaschützer seit vielen Jahren fordern, nimmt langsam Fahrt auf: der nachhaltige Kfz-Verkehr. 2020 kamen rund 194.000 reine Elektroautos neu auf die Straße – drei Mal so viele wie im Vorjahr. Und allein in den ersten drei Monaten 2021 folgten weitere 65.000. Die Verkehrswende braucht Ladestationen – weshalb der Bund diese nun noch stärker fördert. Davon können viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen profitieren.

Das Bundesverkehrsministerium hat im März die Förderrichtlinie für ein mit 300 Mio. Euro ausgestattetes Programm veröffentlicht; seit Mitte April können hierzu Anträge gestellt werden. Das Angebot richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), an kleine Stadtwerke und kommunale Gebietskörperschaften und an Betriebe des Einzelhandels sowie des Hotel- und Gastgewerbes. Die Konditionen sind äußerst attraktiv: Die Schaffung von Ladeinfrastruktur wird mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.

Überarbeitung beendet: Rechentool für RLT- und Kälteanlagen wieder online

Im Herbst 2019 wurde er vorgestellt und fand sofort viele Anwenderinnen und Anwender: der „Effizienzrechner Klima-Lüftung“ der Bundesstelle für Energieeffizienz im BAFA. Der Erfolg verwundert nicht, denn mit dem smarten – und zudem kostenlosen - Tool ließen sich komplexe Klima- und Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden, beispielsweise solche in Krankenhäusern, Einkaufszentren oder Bäckereien, energetisch bewerten. Die gute Nachricht: Der zeitweise vom Netz genommene Rechner ist jetzt wieder verfügbar.

Die Flut der Neuregelungen im Bereich der Gebäudeenergie hatte auch bei diesem Tool eine Überarbeitung notwendig gemacht. Seit Ende März ist der „Effizienzrechner Klima-Lüftung“ wieder nutzbar. Sein Grundprinzip ist geblieben: Die Bewertung anhand standardisierter Verfahren – vor allem der DIN SPEC 15240 und der DIN V 18599 – mündet am Ende in die Eingruppierung in eine der Effizienzklassen (A bis F) des Energielabels.

Bis zu 80 Prozent Zuschuss möglich: Bund weitet Förderung für die Umrüstung von Lüftungsanlagen erheblich aus

Corona macht’s möglich – beziehungsweise erzwingt es: Mit der gigantischen Summe von 500 Mio. Euro fördern das Bundeswirtschaftsministerium und das BAFA die Auf- und Umrüstung von stationären raumlufttechnischen Anlagen. Die Finanzspritze soll zu schnellen Maßnahmen in Gebäuden führen, in denen sich viele Menschen aufhalten und so zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Anfang April wurde die novellierte Förderrichtlinie veröffentlicht – und die hat es in sich.

Zusammengefasst: Die Unterstützung wurde in gleich mehrfacher Hinsicht ausgeweitet. Es gibt mehr Antragsberechtigte, es lassen sich auch kleinere Räume und Nebenräume einbeziehen und vor allem wurde die maximale Förderquote angehoben. Antragsberechtigt sind jetzt beispielsweise auch bestimmte private Einrichtungen, wie Schulen, Kitas oder Alten- und Pflegeheime. Statt wie bisher 40 können nun bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben bezuschusst werden – das kann bis zu 200.000 Euro pro Anlage ausmachen. Näheres steht auf unserer Website.

Sechs Monate nach dem Inkrafttreten: GEG wird Maßstab für Energieausweise

Der 1. Mai 2021 ist ein Samstag, ein Feiertag und – ein Stichtag. Denn ab diesem Datum dürfen – beziehungsweise: müssen - Energieausweise für Bestandsgebäude entsprechend dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) erstellt werden. Drei der vier zugehörigen Bekanntmachungen für Bedarfs- und Verbrauchsausweise hat das Bundeswirtschaftsministerium inzwischen veröffentlicht, die jüngste vor rund zwei Wochen.

Das GEG erweist sich damit erneut als „Gesetz auf Raten“. Seit dem Inkrafttreten vor einem halben Jahr (1.11.2020) sind insgesamt fünf „Bekanntmachungen“ dazu erschienen. Dennoch fehlen immer noch Komponenten für die vollständige Umsetzung: Die Bekanntmachung zu Verbrauchsausweisen für Nichtwohngebäude und die Druckapplikation für Energieausweise nach GEG stehen aus. Beide werden für Ende April erwartet. Nach der Integration in die Softwareprodukte soll die Erstellung von Energieausweisen nach GEG laut DIBt noch „im Laufe des Monats Mai“ möglich werden. Für Ihren Überblick zum GEG gibt es unseren Überblick zum GEG – und zwar hier.

Vier Kategorien, ein Ziel: „Bundespreis Umwelt & Bauen“ soll Leuchtturmprojekte würdigen

Genau 861.542 US-Dollar soll er 2011 in einer Auktion gebracht haben: der „Oscar“, den Orson Welles einst für den Film „Citizen Kane“ einheimste. So hoch dürfte der Verkaufswert des „Bundespreises Umwelt & Bauen“ nicht sein, zumal der nicht vergoldet ist, sondern überwiegend aus Holz besteht. Aber auch diese Auszeichnung ist auf dem besten Weg, zu einer Tradition zu werden: Nach der erfolgreichen Premiere 2020 wird sie in diesem Jahr erneut verliehen.

Der Bausektor verbraucht enorme Rohstoff- und Energieressourcen; Bauprodukte können Umwelt und Gesundheit belasten. Der Bundespreis Umwelt & Bauen soll daher zeigen, dass „es auch anders geht“; er soll gute Projekte würdigen und sie buchstäblich sichtbar machen. Diesem Konzept entsprechend gibt es keine Geldpreise, stattdessen schaffen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt als Auslober breite Bekanntheit für den Award. Bewerben kann man sich in vier Kategorien (Wohn- und Nicht-Wohngebäude, Quartiere, Klimagerechte Sanierung), allerdings ist Eile geboten: Die Teilnahmefrist endet am 25. Mai 2021. Mehr zum Bundespreis lesen Sie hier.

Gebäudeenergieeffizienz: Fördertipps für kirchliche und soziale Einrichtungen

Kirchliche und soziale Einrichtungen haben meist zwei Dinge gemeinsam: große Ziele und kleine Budgets. Oft kommt noch ein dritter gemeinsamer Nenner dazu: Gebäude, die (auch) energetisch nicht mehr „up to date“ sind. Gut, wenn man dann die Fördertöpfe kennt, die sich für entsprechende Maßnahmen einsetzen lassen. Ein Artikel von Jan Karwatzki bietet hierzu einen schnellen und vor allem zielgruppenspezifischen Überblick.

Für „Kleine Kniffe“, das Magazin für Nachhaltige Beschaffung, hat der Architekt aus dem Öko-Zentrum NRW „Neue Möglichkeiten zur Förderung für kirchliche und soziale Einrichtungen“ auf dem Gebiet der Gebäudeenergieeffizienz beschrieben. „Neu“ meint hier vor allem die 2021 eingeführte „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Behandelt werden zudem spezielle Fördermittel für Energieberatungen. Der Artikel steht frei lesbar auf der Website von „Kleine Kniffe“.

Lesetipp: Schätzings Klimakrise-Buch ist ein neuer „Schwarm“ des Feuilletons

„Was, wenn wir einfach die Welt retten?“ Tja - was wäre dann … Bestseller-Autor Frank Schätzing hat sich seine eigenen Gedanken dazu gemacht – und zwischen zwei Buchdeckel gepackt, was er (so der Untertitel der Neuerscheinung) als „Handeln in der Klimakrise“ vorschlägt. Kaum zwei Wochen auf dem Markt, steht Schätzings jüngstes Werk aktuell schon auf Platz 3 der Sachbuch-Bestsellerliste des SPIEGEL.

Zugegeben: Den Mann muss man mögen. Als Autor landete er mit dem „Schwarm“ einen Welterfolg. Als studierter Werbefachmann weiß er aber auch, wie man sich selbst als Marke inszeniert. Darf „so einer“ über den Klimawandel schreiben? Ja, befand unter anderem die „Süddeutsche“ in einer Rezension mit der grandiosen Überschrift „Schreibhausgase“: Schätzing verpacke „das bienenfleißig zusammengetragene und portioniert aufbereitete Wissen so geschickt in die Handlung und Figurenführung, dass man sich im Krimi voller Suspense wähnt, aber eigentlich im propädeutischen Seminar sitzt“. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Verlag Kiepenheuer & Witsch, 336 Seiten, 20 Euro. Und: Think global, buy local.

Termine und Lehrgangsstarts

Erweitern Sie Ihre Kompetenz und damit Ihren Kundenkreis. Auf unserer Internetseite finden Sie eine Übersicht unserer Fernlehrgänge und Online-Seminare.
(beachten Sie Corona-bedingt bitte auch die Hinweise auf unserer Website)

Starts der nächsten Fernlehrgänge:

25.06.2021

Kursstart "effizienzhausplaner24" in Hamm

25.06.2021

Kursstart „gebäudeenergieberater24“ in Hamm

Angebote zum Thema „Energieeffizienz“:

29.04.2021

ONLINE-SEMINAR: "Wärmebrückenberechnungen in energetischen Bilanzierungen"

04.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Bedeutung von Wärmebrücken im baulichen Feuchteschutz"

11.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Grundlagen der Passivhausplanung und der PHPP-Bilanzierung"

12.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Kellersanierung"

18.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Einführung in das Energiemanagement"

21.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Bundesförderung für effiziente Gebäude"

28.05.2021

ONLINE-SEMINAR: "Wärmebrückenberechnungen in energetischen Bilanzierungen"

01.06.2021

ONLINE-SEMINAR: "Bedeutung von Wärmebrücken im baulichen Feuchteschutz"

08.06.2021

ONLINE-SEMINAR: "Gebäudeenergiegesetz - Überblick der wichtigsten Neuerungen"

16.06.2021

ONLINE-SEMINAR: "Nahwärmenetz als Liegenschaftskonzept"

22.06.2021

ONLINE-SEMINAR: "Lüftung von Schulen und Klassenräumen"

25.06.2021

ONLINE-SEMINAR: "Sommerlicher Wärmeschutz"

Workshops:

21.06.2021

ONLINE-Workshop: "Gebäudehülle und Anlagentechnik"

21./22.06.2021

ONLINE-Workshop: "Auffrischungsseminar für BAFA-Berater"

01.07.2021

ONLINE-Workshop: "Bauphysik und Konstruktion" (evtl. auch in Präsenz in Hamm)

02.07.2021

ONLINE-Workshop: "Anlagentechnik" (evtl. auch in Präsenz im Hamm)

Pflichtangaben nach §37a HGB:
Öko-Zentrum NRW GmbH
Planen Beraten Qualifizieren
Registriergericht: Hamm HRB 1583
Geschäftsführender Gesellschafter:
Diplom-Volkswirt Manfred Rauschen

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