EEG Novelle beschlossen

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Deutlich steigende Vergütungssätze für Photovoltaik, Vereinfachungen für Nischenanwendungen

Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetzespaket zum Ausbau erneuerbarer Energien verabschiedet, mit dem die Ausbauziele erhöht und diverse Hemmnisse abgebaut werden sollen.

Das „Gesetz zu Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und weiteren Maßnahmen im Stromsektor“ enthält Änderungen am Gebäudeenergiegesetz (GEG) und auch eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), in dem unter anderem die Vergütungssätze für die Einspeisung von Strom aus Photovoltaik (PV) neu geregelt werden:

Wichtigste Änderung hierbei ist die Einführung eines erhöhten Vergütungssatzes für Anlagen, welche ihren Strom vollständig in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Der Vergütungssatz für neugebaute, kleine Anlagen dieses Typs (bis 10 kWp) liegt mit insgesamt 13,4 Ct./kWh über 55 Prozent höher als für Überschussstrom aus Anlagen zum Eigenverbrauch. Dies sind allerdings 0,4 Ct./kWh weniger als noch im Osterpaket geplant. Für Volleinspeiseanlagen bis 40 kWp und bis 300 kWp bleibt es bei den im Osterpaket veranschlagten Vergütungen von 11,3 bzw. 9,4 Ct./kWh.

Auch Überschussstrom aus neuen Eigenverbrauchsanlagen soll wieder deutlich besser vergütet werden: 8,6 Ct/kWh anstatt zuletzt noch 6,64 Ct/kWh gibt es für Kleinanlagen bis 10 kWp. Für größere Anlagen bis 40 oder 750 kWp werden etwas geringere Sätze von 7,5 Ct/kWh bzw. 6,2 Ct/kWh festgesetzt.

Die Vergütungssätze gelten nicht erst ab 2023, sondern ab dem Tag der Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Die Degression der Vergütungssätze ist bis 2024 ausgesetzt und greift dann nur noch halbjährlich.

Die bisherigen und die zukünftigen Vergütungssätze für gebäudebezogene Solaranlagen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Fördersätze nach Anlagentyp und -größe [Cent/kWh]

Leistung
[kWp]
Juli 2022Kabinetts-
entwurf

beschlossene
Fassung

Einspeisung aus Volleinspeiseanlage

≤ 10

6,64

13,8

13,4

≤ 40

6,46

11,3

11,3

≤ 100

5,14

11,3

11,3

≤ 300

5,14

9,4

9,4

Überschuss aus Eigenverbrauchsanlage

≤ 10

6,64

6,93

8,6

≤ 40

6,46

6,85

7,5

≤ 750

5,14

5,36

6,2

 

Eine gute Nachricht für Eigenheimbesitzer ist, dass bei neuen PV-Anlagen mit weniger als 25 kWp Leistung und ohne Funkrundsteuerempfänger keine pauschale Beschränkung der Einspeisung auf max. 70 % der Anlagenleistung mehr stattfindet. Anlagen zur Volleinspeisung lassen sich zudem künftig mit teileinspeisenden Anlagen zum Eigenverbrauch kombinieren, wodurch die Ausreizung der zur Verfügung stehenden Flächen attraktiver wird.

Balkonanlagen, welche die Anforderungen nach §9 EEG oft nicht erfüllen, können weiterhin sanktionsfrei betrieben werden. Statt der im Referentenentwurf angedrohten Sanktionen, wird wie bisher lediglich die Vergütung für möglichen Überschussstrom reduziert.

Mieterstromnutzer profitieren im Vergleich zur Fassung von 2021 vom Entfall der EEG-Umlage, die allerdings auch für Netzstrom entfällt. Die Anlagenbetreiber profitieren von den erhöhten Vergütungen für Überschussstrom. Zudem können nun auch größere Anlagen mit mehr als 100 kW den Mieterstromzuschlag bekommen.

Weitere wichtige Punkte aus der EEG-Novelle sind

  • Der Entfall der EEG-Umlage zum 01.07.2022
  • Die deutliche Erhöhung der solaren Ausbauziele auf 22 GW pro Jahr
  • vereinfachte Verfahren für PV am Gebäude, aber auch für Freiflächen- und Gemeinschaftsanlagen
  • Erweiterung der förderfähigen PV auf z.B. Seitenrandstreifen, Agri-PV und Floating PV
  • Weiterentwickelte Regelungen für Windenergie, Biomasse und grünen Wasserstoff

Eine Zusammenfassung des gesamten Gesetzespakets können Sie hier herunterladen.

 

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